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Kurze Geschichte des Judo

Die meisten Techniken des Judo basieren auf Jiu-Jitsu, der alten Kriegskunst der Samurai-Kämpfer. Die Kampfkunst der Samurai, entstanden in China, galt jahrelang als eine Art Geheimwissenschaft. Jiu-Jitsu geriet nach der Meidschi-Restauration (1868), bei der die Samurai entmachtet wurden, weitgehend in Vergessenheit.Das Wiederaufleben verdanken wir verwunderlicher Weise einem Deutschen. Erwin Bälz (1849-1913), geboren im würtembergischen Bietigheim, ging als Mediziner und Anthropologe an die kaiserliche Universität in Tokio, wo er nach einiger Zeit sogar Leibarzt des Kaisers wurde. Negativ fiel ihm auf, dass der Gesundheitszustand seiner Studenten sehr zu wünschen übrig ließ. Er ermutigte sie daher, die alten Kampfkünste zu erlernen.

 

Einer seiner Studenten, Jigoro Kano (1860-1938), nahm diese Idee begeistert auf. Er war einer der kleineren und schwächeren Studenten, weshalb ihm eine Sportart, in der es nicht unbedingt auf Kraft ankommt, sofort ansprach. Japan befand sich zu dieser Zeit in einer sehr revolutionären Phase, sowohl politisch als auch gesellschaftlich. Da den Samurai 1871 das öffentliche Tragen von Schwertern verboten wurde, gab es einen starken Rückgang auf dem Gebiet der Kampfsportarten.Jigoro Kano hatte seine "Erfindung" bereits im Alter von 20 Jahren abgeschlossen. Das erste Kodokan (Judo-Institut in Tokio) gründete er 1882 in Shitaya. Kano wurde ein bekannter Judolehrer. Seiner Philosophie nach sollte Judo gleichzeitig ein geistiges und körperliches Training sein, das Geist und Körper in einen Zustand der Harmonie und Ausgeglichenheit versetzt (ein Grundkonzept der meisten Kampfsportarten). Kano führte das Prinzip des Tskuri-komi (siehe oben) ein. Gegen Ende der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts hatte sich Judo in Japan durchgesetzt und fand dort sehr viele Anhänger. Das japanische Ministerium für Erziehung führte Judo als offizielle Sportart ein, und die Polizei nahm es in ihr Ausbildungsprogramm auf. Die Pariser Polizei führte Judo 1905 ein. 1885 besuchte Kano England. Wie später auch seine Schüler widmete er einen großen Teil seines Lebens der Förderung des Judosportes. Der erste Verein in Europa (Budokwai) wurde 1918 von Gunji Koizumi (1885-1965) in London gegründet. Koizumi leistete einen erheblichen Beitrag zur Verbreitung des Judo in England und in ganz Europa. Er unterrichtete selbst noch im Alter von 80 Jahren am Tag vor seinem Tod. Der erste internationale Wettkampf fand 1926 zwischen dem Budokwai und der deutschen Nationalmannschaft statt. Dies hatte eine beträchtliche Wirkung, und in den Jahren zwischen den Weltkriegen setzte sich Judo in Europa durch. Der Dachverband des deutschen Judosportes ist der "Deutsche Judo-Bund" (DJB; gegründet 1956, Sitz in Frankfurt am Main). 1948 wurde die "Europäische Judo-Union" mit Sitz in Ostermundingen (Schweiz) ins Leben gerufen. Die internationale Dachorganisation ist die "International Judo Federation" (IJF; gegründet 1954 in Zürich, Sitz in Tokyo).

 

1951 fanden die ersten Europameisterschaften, 1956 die ersten Weltmeisterschaften statt. 1930 fanden in Japan die ersten nationalen Meisterschaften statt. Gegen Anfang des 2. Weltkrieges war Judo zum japanischen Nationalsport geworden. 1949 wurde der japanische Judoverband gegründet. In Tokyo fanden 1956 die ersten Weltmeisterschaften statt, die seit 1965 alle zwei Jahre abgehalten werden. Die ersten Weltmeisterschaften für Damen fanden 1980 statt, darin zeigte sich das deutlich gewachsene Interesse der Frauen an dieser Sportart. Bei den Olympischen Spielen in Tokyo 1964 wurden erstmals auch Judowettbewerbe ausgetragen, ursprünglich in drei Gewichtsklassen. Ab 1972 wurde Judo dauerhaft in das Programm der Olympischen Spiele aufgenommen. Demonstrationswettbewerbe im Damenjudo wurden 1988 in Seoul durchgeführt, und seit 1992 werden auch im Damenjudo Medaillen vergeben. Bei den Herren gibt es folgende Gewichtsklassen: - 60 kg/ -66 kg/ -73 kg/ -81 kg/ -90 kg/ -100 kg und + 100 Kilogramm. (Die so genannte Allkategorie wird nur bei Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen. Von 1964 bis 1984 war diese Gewichtsklasse auch olympisch.) Bei den Frauen gibt es die folgenden Gewichtsklassen: -48 kg/ -52 kg/ -57 kg/ -63 kg/ -70 kg/ -78 kg und +78 Kg. Bei olympischen Spielen und Weltmeisterschaften dominierten früher eindeutig die Japaner. Mittlerweile konnten aber auch Sportler aus westlichen Ländern und aus der ehemaligen UdSSR Erfolge bei großen Wettkämpfen verzeichnen. Bei den Frauen hatten japanische Judoka bei den Olympischen Spielen und bei Weltmeisterschaften nur geringen Erfolg. Die Judoka werden nach ihrem Kenntnisstand und ihrer Erfahrung in die Grade Kyu (Schüler) und Dan (Meister) eingeteilt. Der höchstmögliche Grad ist der 12. Dan, der nur Jigoro Kano, dem einzigen Shihan (Doktor), verliehen wurde. Daneben wurde der rote Gurt für den 10. Dan bisher an 13 Männer vergeben. Die Farbe des Gurtes ist vom ersten bis zum fünften Dan schwarz, vom sechsten bis zum achten Dan rot-weiß, vom neunten bis elften Dan rot, und der Gurt des zwölften Dan ist weiß. Die Gürtelfarbe der Kyu-Grade sind in absteigender Reihenfolge: braun, blau, grün, orange und gelb. Bis zum 5. DAN-Grad werden in der Regel alle Grade durch Prüfungen erworben, in Ausnahmefällen auch durch Kampferfolge.

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